In der Geschichte beider Unternehmen wird deutlich, das der eine ohne den anderen nicht kann. Eine so genannte Hassliebe wäre wohl der richtige Ausdruck für die Verbindungen zwischen Microsoft und Apple.
Die beiden jungen Computergurus trafen sich seinerzeit schon sehr früh, auf der West Coast Computer Faire im Jahr 1977 trafen die beiden zum ersten mal Aufeinander. Keiner der beiden hatte bis hierhin eine Ahnung was ihnen noch bevorstehen würde. Bill Gates hatte gerade sein erstes Basic an den Mann gebracht und es lief auf der Messe auf einem Altair8080, dem ersten so bezeichneten Homecomputer überhaupt.

Abb. Altair 8080
Auf diesem Computer war es nur mittels einzelner Kippschalter möglich, jedes einzelne Bit zu programmieren und dem Computer so Befehle zu geben. Auf diesem Computer setzte sich also ein Bit aus seinen 8 Bytes zusammen welche durch die Schalterstellungen AN oder AUS gesetzt wurden. Mehr war nicht drin bis auf die Ausgabe seiner Eingaben auf Lochkarten sowie das einlesen von Daten mittels der Lochkarten.
Als Microsoft nun sein Basic auf dem Altair präsentierte hatte man am Stand schräg gegenüber etwas moderneres für die Fachwelt Parat und alle stürzten hin.
Steve Jobs und Steven Wozniak präsentierten und zeigten der verblufften Fachwelt ihren Apple II.

Abb. Apple II
Ein einfacher Blick genügte um die Unterschiede deutlich zu machen. Der Apple II verfügte über eine echte Schreibmaschinentastatur und eine Ausgabe seiner Daten auf einen Monitor. Eingaben konnten auf Diskette gespeichert und von dieser geladen werden. Dazu brachte Apple zeitgleich die Software VisiCalc auf den Markt, die erste echte Tabellenkalkulation welche den Apple II zu einem ernsten Bürocomputer machte.
Nur wenige Computer brachten einen so großen Profit ein wie der Apple II was dazu führte das er bis 1990 mit nur wenigen Änderungen produziert und verkauft wurde. Gates erkannte schnell das er mit seinem Basic und dem Altair auf das falsche Pferd gesetzt hatte und musste umdenken wenn er ein Stück von dem großen Kuchen abbekommen wollte.
Einige Jahre später betrat IBM den Markt und alle fürchteten sich vor dem großen Giganten der durch seine Rechenmaschinen und Großrechner längst eine Größe auf Markt war. Neben Apple und Microsoft gab es zahlreiche andere Hersteller mit guten Ideen und neuen Technologien. Eine der größten Innovationen erfand Xerox. Der Kopiergerätehersteller mit sitz in Palo Alto unterhielt dort den so genannten Palo Alto Research Center in welchem Entwicklungsabteilungen eifrig nach neuen Technologien forschten und entwickelten. Dem Unternehmen ging es so gut, das sämtliche Entwicklungen welche im Research Center entwickelt wurden nicht zwingend auf den Markt kommen mussten und innerhalb eines gewissen Zeitraumes Geld einbringen mussten. Also konnte die Entwickler bei Xerox ziemlich frei und ungestört ihren Illusionen nachgehen, das Budget war fast unbegrenzt.

Abb. Palo Alto Research Center, Xerox
Im Palo Alto Research Center entwickelte man die erste echte grafische Oberfläche (GUI - graphical user interface) und zur Bedienung des Computers diente erstmals nicht die klassische sondern eine Neuartige Steuerungsmethode, die Maus. Das junge Entwicklerteam hatte allerdings ein Problem mit seiner neuen Technologie und der dahinter stehenden Revolution der Computereingabe. Der Vorstand, welcher alle Projekte der Projektteams genehmigen musste bestand zum Großteil aus Männern in grauen Anzügen und genauso viel Begeisterung für ein solches Projekt wie es die Anzüge schon erahnen ließen. Eine Maus als Bedieneinheit eines Computers? Ich Frage mich was passiert wäre hätte man einen Professionelleren Namen gefunden, so aber wurde das Projekt und alle Investitionen beendet und die Technologie schlief einige Jahre bei Xerox. Steve Jobs erfuhr von einem solchen System und wie auch immer er es geschafft hat, er konnte mit einer Delegation seiner Entwickler in den Palo Alto Research Center fahren und die Entwickler mussten ihm Rede und Antwort stehen. Zum ersten mal sahen die Apple Mitarbeiter und Gründer das GUI und die Steuerung eines Computers mit einer Maus.
Unterdessen gelang Bill Gates der wohl größte Deal der Computergeschichte. Bill Gates verkaufte IBM ein Betriebssystem das er gar nicht hatte.
Wie er es schaffte IBM zu verklickern das er hätte was sie bräuchten ist wohl nicht mehr nachzuvollziehen, aber die Manager bei IBM glaubten ihm und so kam er zu dem Imperium das Microsoft heute ist.

Abb. IBM 5055
Auf einem solchen IBM Computer lief sein erstes MSDOS, das einfache und heute noch bekannte Betriebssystem ohne jeglichen Schnickschnack. Als er die Manager von IBM überzeugte das sie sein MSDOS bräuchten um ihren Computer an den Mann zu bringen, hatte Bill Gates nichts in der Hand. Also kauften sie ein Betriebssystem für rund 50.000 Dollar und verkauften es in Lizenzen weiter an IBM. In Lizenzen bedeutete das mit jedem verkauften Computer ein Betrag in vereinbarter Höhe an Microsoft ging. Warum man bei IBM nicht klar machte das die Software nur an IBM verkauft werden dürfte ist nicht ganz klar, aber man versäumte es und Bill Gates verkaufte sein MSDOS weiter an alle PC Hersteller. Diese hatten ja auch was davon, wer kennt nicht mehr den Aufdruck an alten PC´s "IBM Compatible"? Das galt damals als schick und obendrein gab es die meiste Software für diese Computer. Wie groß auch dieser Geniestreich war, eine grafische Oberfläche hatte MS DOS nicht und die Bedienung mit der Maus fehlte auch. Das holte wieder Steve Jobs auf den Plan.
Bei Apple hatte Steve Jobs mittlerweile sein Unternehmen in zwei Bereiche aufgeteilt. Das alte und bekannte und dem Unternehmen Gewinn einbringende Apple Team und das neue Macintosh Team, welches außer Projekt- und Forschungskosten zu verschlingen bis dahin nichts eingebracht hatte. Der Apple II verkaufte sich weiterhin gut und wurde ständig weiter entwickelt, sein Nachfolger der Apple III hätte manchem Unternehmen das Genick gebrochen aber Apple wurde durch den Apple II weiter auf Erfolgskurs gehalten. Ungefähr ein Jahr bevor Apple den ersten Macintosh auf den Markt bringen sollte kam der erste in Serie Hergestellte Computer auf den Markt der über eine grafische Oberfläche verfügte und mit einer Maus bedient wurde. Die Apple Lisa was dieser erste Computer, leider seiner Zeit voraus. Denn mit nur 128 K-Byte Arbeitsspeicher war der Rechner zu schwach für die meisten gängigen Büroanwendungen da sein GUI zu viel der Systemleistung schluckte.

Abb. Apple Lisa
Die Lisa sollte wie schon der Apple III zum Flop werden und so langsam aber sicher musste Apple mal wieder ein voller Erfolg gelingen. Die Entwicklung des Macintosh wurde weiter voran getrieben und näherte sich der Fertigstellung. Bill Gates war geschockt als er die Lisa sah, sie wirkte bedeutend Fortschrittlicher als sein MSDOS. Microsoft versuchte nun seinerseits eine grafische Benutzeroberfläche in ein neues Betriebssystem einzubauen. Die Bedienung mit der Maus sollte ebenfalls möglich sein, die Frage war, wie kommt man nun an diese Technik. Gates wollte mit Apple so was wie einen Kooperationsvertrag schließen, Microsoft hatte seinerseits eine Tabellenkalkulation und ein Textverarbeitungsprogramm fertig gestellt welche sich auf den MSDOS kompatiblen PC´s gut verkauften und für viele Kunden ein wichtiger Kriterium bei der Kaufentscheidung war. Bill Gates zog seinerseits mit ein paar Leuten seines Unternehmens los und besuchte Steve Jobs in seiner Firma, welche Mittlerweile ihren Sitz in Cupertino hatte.

Abb. Apple Firmengebäude in Cupertino
Steve Jobs hatte aber aus seiner eigene Vergangenheit nicht gelernt und vertraute Gates blind. Noch immer sah Jobs nur IBM als seinen einzigen ernsthaften Gegner und erkannte nicht das eigentlich Microsoft mit seinem MSDOS sein größter Konkurrent war. Er zeigte der Microsoft Delegation seinen kurz vor der Fertigstellung stehenden Macintosh Computer und Gates war mehr als überrascht und überwältigt. Wie er es nun schaffte Jobs drei dieser Geräte als Prototypen aus dem Arm zu ziehen weiß nur die Geschichte selbst, aber er schaffte es und Jobs vertraute ihm weiter in der Hoffnung, das Microsoft zum erscheinen des Macintosh bereits die erste Lauffähige Büroanwendung fertig haben sollte. Jobs gab seine größte Entwicklung in die Hände seines größten Konkurrenten und die Piratenflagge auf dem Dach des Apple Firmengebäudes (Pirates of Silicon Valley) sorgte bei den Microsoft Mitarbeitern nur noch für Spott.

Abb. Bill Gates
sehen sie den Computer über Bill´s linker Schulter ? Ein Apple iMac der ersten Serie

Abb. Apple Macintosh
Ein vergleich der beiden damals üblichen Computersysteme PC und Apple Macintosh lassen schon erahnen warum Gates unbedingt an diesen Rechner kommen wollte.
Mit viel Hochdruck und unermüdlichen Einsatz hatte es Gates geschafft, sein erstes Windows erblickte die Welt wenige Tage vor erscheinen des Macintosh Computers. Der Einzige Grund warum alles für einen Apple Computer sprach war somit hinfällig. Ob es nun ein IBM Compatible PC war oder ein Apple Macintosh, beide ließen sich bequem mit der Maus bedienen und verfügten über eine grafische Benutzeroberfläche (GUI)
Der Werbespot von 1984 welcher in seinem Inhalt noch an IBM gerichtet war, bekam eine völlig neue Bedeutung. Big Brother war nicht IBM, sondern der kleine gewitzte Bill Gates der es schaffte Steve Jobs auf genauso unehrenhafte Weise eine Entwicklung abzunehmen wie es Steve vorher schon bei Xerox gelungen war.
Soweit die Geschichte: Heute besteht noch immer eine Zusammenarbeit zwischen Apple und Microsoft. Bill Gates hatte einmal mehrere Hundert Millionen Dollar in das Unternehmen gepumpt, sicher nicht ohne selbst daraus zu profitieren. Die Büroanwendung Office läuft ja auch auf Apple Computern, insofern hatte Bill sein Wort gehalten. Für die Finanzspritze von Microsoft musste Apple allerdings den Microsoft´s Internet Explorer in sein Betriebssystem einbauen was Microsoft zu einem Marktführer auf Seiten der Internet Browser machte und damit Netscape mit seinem Navigator in die Schranken wies.
Apple und der Intel ? In meinen Augen der Gegenschlag von Jobs !